Salon Mondaine #24 “Courage — Mut & Menschlichkeit” München

28.11.2018 / München

Wenn wir jedem 8-jährigen Kind Meditation beibringen würden, könnten wir die Gewalt auf der Welt innerhalb von einer Generation beenden.
— Dalai Lama

Der 24. Salon Mondaine — für Female Empowerment & Leadership — mit einer Premiere in München. Der Salon Mondaine wurde 2010 von Yasmine Orth ins Leben gerufen und erforscht als Symposion zu verschiedenen Themen moderne Weiblichkeit und weibliches Unternehmertum. So wird die Transformation unserer Zeit sichtbar, so erschaffen wir durch Co-Creation gemeinsam neue Perspektiven und Lösungen für mehr Kreativität, Zukunftsfähigkeit und Zusammenhalt in der Gesellschaft. Zur Vertiefung findet am 18.01.2019 unsere “Urban Experience #2 — The Future is Human” als Tagessymposium und vom 29.–31.03.2019 unser nächstes „Lead with Love-Coaching & Yoga Retreat” statt.

2. Teil “Courage — Mut & Menschlichkeit” in München (1. Teil Berlin):

Mit Elisabeth Furtwängler (Musikerin / Stifterin MaLisa), Mirjam Smend (My Green Style), Gabriela Bozic (Yogalehrerin), Andrea Thilo (Moderation), Yasmine Orth (Gastgeberin und Gründerin The Lovers) und Annette Söhnlein (Yogalehrerin, The Lovers).

Text: Mariam Saleh, Fotos: Petra Ruehle

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Am Anfang schien alles neu und unbekannt – Auf neuem Terrain in einer neuen Stadt, eine neue Location mit neuen Gesichtern – einfach eine gänzlich neue Erfahrung für The Lovers. Am Ende des Abends war jedoch klar – Münchens Frauen haben uns den Stil einer Weltstadt mit Herz, auf anmutige und unterhaltsame Art und Weise überzeugend nähergebracht.

Im Herzen von München, dem Hearthouse, trafen sich am Abend des 28. November 2018 eine illustre Runde von knapp 100 Frauen aus der Münchner Kreativ-, Digital-, Verlags- und TV, Musik und Yogaszene.

Unter anderem waren 68er Ikone Christa Ritter (Kommune 1), die beliebte deutsche Schauspielerin Kathrin Ackermann, DLD Macherin Franziska Deeke, Mediatorin Christine von Münchhausen, Soul-Musikerin und Philanthropin Judith Pawlos und viele weitere interessante Persönlichkeiten und Aktivistinnen an diesem Abend anwesend, um sich über das Thema Empowerment vom weiblichen Unternehmertum und Mut, sowie sich verändernden Werte-Paradigmen in der heutigen Gesellschaft auszutauschen.

Den Abend klangvoll eingestimmt hat die brasilianische-deutsche Sängerin Marisa de Stefanow-Plegge mit einer leidenschaftlichen Darbietung des Titels “Donna Ciela”. Das Lied handelt von der inspirierenden und ermutigenden Beziehung zwischen Grossmutter Ciela und ihrer Enkelin. Es beschreibt Donna Ciela’s generationsübergreifende Vorbildfunktion und Couragierung zur Stärkung des Bewusstseins über das eigene Wirken und Potential der Frau in der Gesellschaft. Marisas kraftvolle Gesangseinlage legte den Grundstein für den Münchner Salon Mondaine, welcher ganz im Zeichen der inspirierenden Wechselbeziehung unter Frauen stand.

Miteinander statt nebeneinander – Es ist wichtig die eigene Stimme und die gemeinsame Stimme zu finden!

Gastgeberin und The Lovers Initiatorin, Yasmine Orth, moderierte zusammen mit Andrea Thilo die zweistündige Podiumsdiskussion. Nebst der Hip-Hop Künstlerin (Lisa Fou) cund Stifterin Lisa Furtwängler waren Fashion Revolution Ambassador Mirjam Smend und Yoga-Koryphäe Gabriela Bozic als Keynote Speakerinnen eingeladen, um im Rahmen der Q&A Session ihre persönlichen Erfahrungen und Herausforderungen zum Thema Mut, sowie deren sichtbaren Einflussnahme auf nationaler als auch internationaler Ebene zu berichten.

“..die Erforschung weiblichen Unternehmertums: Wie wollen wir leben und arbeiten? Wie möchten wir unsere Kinder aufwachsen sehen? … Mutig zu sein heisst auch Verletzlichkeit zu zeigen. Wo sitzt der Mut in uns, wie definieren wir Mut heute?”

Im Verlauf des Abends kristallisierte sich der Gedanke zur besonderen Gestaltungsfähigkeit der Frau und dem eigentlichen Potential von Mut und Liebe im gemeinsamen Miteinander, ob in der Familie, im Freundeskreis, im Unternehmen oder im gesellschaftlich-übergreifenden Kontext, klar heraus.

Mut bedeutet für mich, der Mensch zu sein, der ich bin, mit den Gedanken und Gefühlen, die ich habe und mir selbst zu vertrauen, dass das genug ist.

Lisa Furtwängler, Stifterin und Vorständin der MaLisa Stiftung entschied sich für einen Solo-Pfad als Singer-Songwriterin in einem von Männern dominierten Musik-Genre, dem HipHop. In Ihrer Funktion und Passion als aktiv engagierte Stifterin hat Lisa sich zum Ziel gesetzt, eine freie und gleichberechtigte Gesellschaft auf globaler Ebene zu fördern. Den kämpferischen Willen und Inspiration für Veränderungen in der Gesellschaft überlieferte Ur-Ur-Oma «Kathinka». Katharina von Kardorff-Oheimb war zur Zeit der Weimarer Republik eine geschätzte Politikerin und Wegbereiterin der politischen Emanzipation und des Wahlrechts für Frauen in Deutschland.

Die Idee zur Gründung der MaLisa Stiftung entstand 2011, während Lisa’s Gap-Year auf den Philippinen. Dort wurde ihr das Thema Menschenhandel zum ersten Mal bewusst, als Sie mit betroffenen Mädchen, den sog. “Survivor” in Berührung kam. So erfuhr Sie aus erster Hand Informationen über täglich stattfindende Zwangsprostitution und Ausbeutung von jungen Frauen auf der philippinischen Insel Mindanao. Daraufhin hat Lisa zusammen mit ihrer Mutter, Maria Furtwängler, welche u.a. Ärztin und Botschafterin der German-Doctors ist, den Aufbau von MaLisa HOME in Cagayan d’Oro initiiert.

Lisa beschreibt ihren persönlichen Aufwachmoment und Bewusstsein von Mut während der intensiven Examenszeit in Cambridge. Der eigene Mut, sich mit sich zu befassen, ist seitdem für Lisa eine der wichtigsten Tugenden im Leben. Anhand autodidaktischer Prozesse und ihrer eigenen bisher jungen, jedoch intensiven Lebenserfahrung weiss Lisa, um was gut zu können, muss man Arbeit reinstecken, Zeit investieren und auf seine innere Stimme hören.

Es liegt an jedem, auch an ihr, die Verantwortung für eine bessere Gesellschaft zu übernehmen, unabhängig von jeglichen Privilegien.

“Man sieht nur mit dem Herzen gut und man hört nur mit dem Herzen gut – wenn man dem Ruf folgt, ist man zu allem fähig.”

Münchens Fashion Revolution Botschafterin Mirjam Smend war nach jahrzehntelanger Karriere im High-Fashion Bereich von Konsum und Oberflächlichkeit übersättigt. Sie hat sich für einen radikalen Neuanfang entschieden und My-Greenblog.com lanciert, ein Blogzine über Fair-Fashion, Bio-Beauty-Produkte und Eco-Resorts.

Für Mirjam ist Mut individuell und fühlt sich bei jedem anders an. Anhand ihres persönlichen Werdegangs beschreibt Mirjam Mut für sich vor allem darin, schwache Situationen realistisch zu erkennen und diese zu akzeptieren. Wenn man Ideale (gefunden) hat für die man sich einsetzen will, ist der Weg zur Realisierung oft auch mit Widerstand und Angst verbunden, hierbei braucht es umso mehr Mut um weiterzumachen und sich selbst zu vertrauen. «Mut ist, seine Stimme für sich zu nutzen und auch für andere, die eine Stimme brauchen. Sich für Themen stark machen, die einem am Herzen liegen, auch wenn es nicht jedem gefällt!»

Ihren Initialmoment zur Provokation von Mut vergleicht Mirjam eher mit einem Prozess, ähnlich wie im Kinderbuch “Frederik die Maus”. “So wie Frederick, hatte ich schon immer Spass daran, alles anders zu machen als andere. Das was ich jetzt mache, dazu hat alles hingeführt was ich in meinem Leben getan und gesammelt habe. Ich bin lieber aktiv FÜR etwas, als GEGEN - genau wie The Lovers.”

Mit Gründung des Blogs hat Mirjam die Möglichkeit einer grenzenlosen Reichweite für einen revolutionären Wandel erkannt. Anhand einschlägiger Hashtags und Keywords vervielfältigte sie auf viralem Weg ihre eigene Begeisterung für nachhaltige Mode, faire Produktionsbedingungen und Naturkosmetik. Zusammen mit Gleichgesinnten initiiert Mirjam weitere Plattformen, wie u.a. die jährlich stattfindende Fashion Revolution Week zur Förderung der Bekanntheit von Fair-Fashion Marken.

“Mut ist nach innen zu schauen, sich zu akzeptieren und zu mögen. Je mehr man das macht, umso mehr nimmt die Angst, sich mit sich selbst zu beschäftigen, ab.”

Jivamukti Yoga Koryphäe Gabriela Bozic ist weltweit bekannt für ihre brillante Kombination von physischem und spirituellem Yoga. Auch sagt man ihr eine unvergleichbare Frohnatur, Lebendigkeit und Herzlichkeit nach, jene Eigenschaften welche Gabriela in ihren humorvollen Lehrstil einfliessen lässt. An diesem Abend war Gabrielas optimistische Authentizität, ihr anglizistischer Sprachen-Mix (Gabriela lebte u.a. in London), sowie ihr sympathisches Wesen ein besonderes “Schmankerl” für alle Anwesenden.

Geprägt von ihrer spirituellen Vita und Berufung, formuliert Gabriela Bozic ihre eigene Definition von Revolution: “Wenn wir nach innen schauen können und aus auf der Ebene selbst kennenlernen, entwickeln wir das Wichtigste, das revolutionärste auf der Welt — das Mitgefühl.”

Kurz nach Kriegsausbruch in der bosnisch-kroatischen Heimat flüchtete Gabriela, damals im jungen Teenager-Alter, nach München. Die Erkenntnis der ihr sich damals gebotenen Realität darüber, dass es kein Zurück gibt in die geliebte Heimat, versetzte Gabriela in eine mehrmonatige Phase von Stagnation. Nach vier Monaten kam der Zeitpunkt zur Befreiung von all der Trauer und dem Pessimismus.

Gabriela beschreibt auf unterhaltsame Art und Weise den plötzlichen Moment der Eingebung. Umgeben von endlos vielen Kornfeldern, einer ruhig anmutenden Natur und inmitten des oberbayerischen Nirgendwo hat sie sich ihre neue Realität kampfesmutig angesagt: “That’s it – You not gonna cry anymore – Finished – Done – We start new right now! I gonna make the best out of it!”

Moderatorin Andrea Thilo sieht Parallelen von Gabrielas Erfahrung zu ihrer eigenen Auffassung bezüglich des Moments der absoluten Provokation von Mut.

Mut erfordert die radikale Annahme der Situation und das Bewusstsein darüber, dass es kein Weglaufen mehr gibt.

Auf die Frage hin, was wir tun können, um mehr Mut zu zeigen und zu entwickeln, erklärt Gabriela: “Das Mutigste ist sich okay zu finden und nicht in die Konkurrenz zu gehen oder irgendeinem Vergleich. Jeder von uns hat eine Aufgabe auf dieser Welt!”

Yasmine stellte Gabriela am Ende des Abends die Frage nach dem Potential und dem Calling von Frauen in der heutigen Zeit. Gabriela empfahl allen Frauen im Salon “…zu akzeptieren wer wir sind – it’s enough of improvement! Unsere Kraft liegt darin, dass wir nicht immer in der männlichen Kraft sein müssen. Wir Frauen initiieren die Kraft und Anmut am besten unter uns. Der Feminismus ist noch nicht bei uns verankert, massgeblich bedingt durch die tiefen Prägungen in uns. Als Frauen in der heutigen Gesellschaft ist wichtig zu wissen, wie wir wieder zu unserer Weiblichkeit finden und mehr Sisterhood fördern!”

 

Und so haben Speakerinnen und Gäste den Abend empfunden:

Es war etwas besonderes für mich beim Salon in München dabei zu sein! Die Stimmung war warmherzig, offen und ich hatte zum ersten Mal seit längerer Zeit bei einem Event wirklich ein Gefühl von sisterhood! Mir haben die Rituale und die Meditation geholfen mich mit meinem Körper zu verbinden und mit offenem Herzen zuzuhören.
— Elisabeth Furtwängler
Was für ein fabelhafter Abend! Für mich das Schönste mit den Frauen zusammenzukommen, die auf ihre eigene Art sisterhood stärken und die Welt zu einem herzlicheren, freudvollem und friedvollem Ort für Alle machen.
— Gabriela Bozic
Ich habe schon viel gehört über den Salon Mondaine und Yasmine Orth. Jetzt war ich das erste Mal dabei und kann nur meinen Hut ziehen: Was Yasmine Orth da initiiert hat — die Community, die Themen, die Stimmung, die Emotionen… So großartig, dass es dieses wundervolle Format jetzt auch in München gibt. Kommt bitte bald wieder!
— Mirjam Smend

Unser Dank gilt unseren Partnern und natürlich dem ganzen Team!

Die Sprecherinnen, Moderation, Musikerin und Gastgeberin sind ausgestattet worden von unserem Premium-Partner hessnatur. Wir danken unseren weiteren Partnern wie dem Hearthouse München und unseren Medienpartnern enorm, good impact, tbd*, Happy Mind Magazine, Werde und Himbeer München.


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Urban Experience #2 — The Future is Human, Tagessymposium, Berlin

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Salon Mondaine #23, Courage — Mut & Menschlichkeit, Berlin