Salon Mondaine #22, Lust for Life, Berlin, Kornversuchsspeicher

07.06.2018 / Berlin

Es war die 22. Ausgabe des Salon Mondaine – für Female Empowerment & Leadership. Dieses Mal an einem ganz besonderen Ort, dem Kunst- und Kulturraum des Kornversuchsspeichers am Berliner Hauptbahnhof. Nach einem Sundowner-Aperitivo an der Spree ging es in die durch wunderschöne Blumen und 120 Frauen zum Leben erweckten Räume. Der Salon Mondaine wurde 2010 von Yasmine Orth ins Leben gerufen und erforscht als „Soul Space“ moderne Weiblichkeit und weibliches Unternehmertum. Mit den Salons werden die Transformation unserer Zeit sichtbar gemacht. Durch Co-Kreation werden neue Perspektiven und Lösungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft erschaffen. .

A Lust for Life, keeps us alive.
— Lana del Rey

Mit Alexandra Schwarz-Schilling (Autorin, Coach, Coaching-Spirale), Stephanie Bothor (Künstlerin), Tina Molin (Journalistin, Bloggerin „Happy Vagina“), Annette Söhnlein (Meditation, The Lovers) und Yasmine Orth (Initiatorin, Gastgeberin). (Cristina Arau und Mallence Bart-Williams waren wg. Krankheit und Visum verhindert).

Text: Bettina Schuler  Fotos: Darshana Borges

„Bei was empfindet ihr Lust?“,

fragte Moderatorin Tina Molin gleich zu Beginn des 22. Salon Mondaine. Die Reaktion im Raum: ein schamhaftes Kichern. Denn bei dem Thema Lust denken alle natürlich direkt an Sex. Und darüber trauen sich die wenigsten, öffentlich zu sprechen. Dabei sollte es bei diesem Salon Mondaine nicht nur um die körperliche, sondern, um die Lust im Allgemeinen gehen. Um Yoga, Kochen, mit den Händen in der Erde wühlen, eben um all das, bei dem wir Lust empfinden.

Lust: ein Schnurren im Bauch

Doch bei was empfinden wir Lust? Und wo genau ist sie zu spüren? Das sollte das zentrale Thema dieses Abends werden. Denn über eines waren sich die beiden Speakerinnen des Abends, die Künstlerin Stephanie Bothor und Alexandra Schwarz-Schilling, die Autorin und Gründerin der Coaching Spirale einig: Lust ist ein Bauchgefühl. Etwas, das wir ganz tief und deutlich im Unterleib spüren und das Bothor so treffend wie ein „Schnurren“ beschrieb, das sich bei ihr immer einstelle, wenn sie sich auf dem richtigen Weg befände. Ein Gefühl, das wir alle kennen und ebenso wie unsere Lust leider nur allzu gern ignorieren. Lachend, erzählt Bothor, wie sie sein Jahr lang das Experiment wagte und die freie Liebe lebte. Und wie überrascht sie davon war, wie viel Organisation damit verbunden ist. Eine Erfahrung, die wie man dem Gemurmel im Publikum entnehmen konnte, sie wohl nicht als Einzige machte. Am Ende sei ihr vor allem eins klar gewesen: dass bei ihr die körperliche Lust an zweiter Stelle, hinter ihrer Lust an der Kunst stehe. Auch wenn bei ihr, die immer gerne mit einer Hand in der Hose dasitzt, der Bauch ansonsten immer die Richtung angebe.

Der weibliche Schoß als Zentrum der Lust

Eine Seltenheit, wie Schwarz-Schilling feststellt. Denn durch das jahrhundertelang währende Patriarchat seien wir Frauen, von unserem Unterleib gekappt worden. Und schon waren alle mittendrin in einem Gespräch über ein Thema, um das es immer wieder geht: die Missverständnisse zwischen Mann und Frau und der Frage, wie wir sie lösen können. Psychologin Schwarz-Schilling, die sich eigentlich vor allem als Anthropologin sieht, macht für diesen Konflikt vor Allem das Patriarchat verantwortlich.

Seit Jahrhundert würde Frauen eingeredet werden, dass ihre Sexualität etwas Anrüchiges ist. Obwohl es bei der Einführung der monogamen Ehe zunächst nur darum gegangen wäre, die „Frauen davon abzuhalten, mehrere Liebhaber zu haben, um die männliche Erblinie durchzuführen.“ Diese moralische Verurteilung der weiblichen Lust hätte dazu geführt, dass die Frauen um ihr Zentrum der Lust, den Schoß, einen Panzer gebaut hätten, der sie nun daran hindere, ihr volles weibliches Potenzial auszuschöpfen.

Männliche Erektionsexplosion knallt auf weibliche Gefühlsexplosion

Doch auch bei den Männern sähe es nicht besser aus, so Schwarz-Schilling. Denn die Männer, das vermeintlich starke Geschlecht, hätten sich im Gegenzug dafür nach und nach von ihrem Herzen und ihren Gefühlen getrennt. Weshalb die männliche Erektionsexplosion jetzt immer wieder ordentlich gegen die weibliche Gefühlsexplosion knalle und erst wenn beide Geschlechter es wagen würden, ihren Panzer zu spreng, könnten sie wieder miteinander im Einklang leben.

Der weibliche Schoß: Ein Ort der Wärme und Geborgenheit

Damit wir Frauen an diesem Abend auch gleich damit beginnen, führte Annette Söhnlein, Yogalehrerin und Gründungs- und Vorstandsmitglied der „Förderinitiative The Lovers e.V.“ alle Anwesenden durch eine Schoßmediation. Und als am Ende alle, gemeinsam mit der zauberhaften Sängerin Ilhem, einen vokalen Kanon anstimmten, konnte man spüren, welches weibliches Potenzial in diesem Raum steckt und, dass an diesem Abend einige der Unterleibspanzer zumindest schon einmal einen ordentlichen Riss bekommen haben.


Und so haben Speakerinnen und Gäste den Abend empfunden:

„Was für ein lustiger Abend. Und so kann es sein. Das Wort ‘Lust‘ ist schließlich die Mutter des Wortes lustig. Frei aus vollem Herzen gemeinsam lachen zu können. Aufmachen, reinlassen, mitnehmen wirken lassen. Durch den nächsten Tag tragen. Salon Mondaine Mutter des in die Welt tragens. In diesem Fall nicht herrlich — sondern weiblich- durch und durch.“

— Stephanie Bothor

„An diesem Abend konnten die Frauen Spüren und erleben, wie es sich anfühlt, im Schoß und im Herz offen zu sein. Ich bin mir sicher, dass daraus viele tolle Projekte, Kooperationen und Freundschaften erwachsen werden. Ganz lustvoll, ganz leicht und ganz nährend. “

– Tina Molin

„Es war ein einziger Flow von der Brücke übers Wasser, die Location, die Abendstimmung, das Team, das Thema: Intensiv in vertrauensvoller Atmosphäre unter großartigen wohlwollenden Frauen, die ihre Gemeinsamkeiten in Verschiedenheit feiern und entspannt Themen beleuchten, die selten offen angesprochen werden. Vielen Dank an alle, die das möglich machen: Yasmine und Team!“

— Alexandra Schwarz-Schilling

„Es ist wieder geschehen. Inspirierende Frauen haben sich gegenseitig zutiefst inspiriert. Die Verbundenheit zwischen allen Anwesenden war am Ende des 22ten Salon Mondaine deutlich spürbar. Ich bin dankbar davon ein Teil gewesen zu sein. Was The Lovers zur Welt bringen und wie sie uns zusammen fügen ist heute mehr denn je einfach wichtig. Ich fühlte mich bestärkt und leichter. Danke!“

— Ilhem

„So wundervoll gefüllt mit einer kraftvollen weiblichen Energie bin ich nach einer Veranstaltung noch nie nach Hause geradelt – ich bin Dir zutiefst dankbar für diesen — mich tief – berührenden Abend.“

— Katja (Gast)

„Dieser Abend hat in mich eine neue Welle von Lust for Life erweckt! Mit leichtem Lächeln gehe ich durch den Tag heute voll neuer Gedanken, Ideen und gleichzeitig Ruhe. Toll war es Euch kennenzulernen und spüren so positive Frauengemeinschaft! Danke Dir, Euch “

— Anna (Gast)

„Vielen Dank für einen wundervollen und inspirierenden Abend in einer mega Location. Ich danke Euch auch von Herzen dafür, dass ich mich nach langer Zeit mal wieder damit beschäftigen durfte, was ‘Lust for Life’ für mich bedeutet.

Fazit: Es wird in nächster Zeit viel getanzt und viel mehr Zeit in der Natur verbracht. Freunde sind auch zu kurz gekommen. Ein Glück ist der Sommer perfekt, um mich wieder

mehr meinen Liebsten zuzuwenden und meiner Seele Zeit zum Baumeln und Austoben zu lassen.“

— Diana (Gast)


Unser Dank gilt unseren Partnern und natürlich dem ganzen Team

Die Sprecherinnen, Moderation, Musikerin und Gastgeberin sind ausgestattet worden von unserem Premium-Partner hessnatur. Wir danken unseren weiteren Partnern Pukka, Lunette, und Coaching-Spirale und unseren Medienpartnern emotion, emotion slow, Working Women, maas, enorm, good impact und happyvagina

 
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Salon Mondaine #23, Courage — Mut & Menschlichkeit, Berlin

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Salon Mondaine #21 – A New Consciousness is Rising